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Vergebung – alles gut!? von Birgit Marita Jost

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Es gibt häufig ein großes Missverständnis bei Vergebung: „Wenn wir vergeben, wird die „Tat“ gutgeheißen“. Dies ist nicht der Fall. Vergebung bedeutet, die Anhaftung an die Gedanken und Gefühle an das Geschehen loszulassen.

Nicht mehr der Person innerlich etwas hinterherzutragen. Sie bekommt es vielleicht nicht einmal mit. Die Person, die verantwortlich für das Geschehnis ist, hat in ihrem innersten das Wissen, was sie getan hat. Sie muss jeden Tag damit leben. „Die Strafe ist die Tat“.

Das Geschehen ändert sich nicht durch Vergebung. Und auch nicht die Erinnerung daran. Die Erinnerung an den Vorfall wird durch Vergebung emotional entlastet. Und wird so zu einer passiven Erinnerung an einen intensiven Lebensabschnitt. Doch, wie gelingt Vergebung?

Vergebung hat damit zu tun, aufzuhören. Aufhören in dem Sinn, nicht mehr auf die Gedanken zu hören oder kreisen zu lassen, die bewerten, verurteilen, rächen, etc. möchten. Stille zu werden. Und Aufhören in dem Sinn von – aufhorchen, nach innen horchen, dem Herzen lauschen. Das Herz ist Synonym für innere Stimme, Gott /Göttin Krafttier, Engel, das Leben, die Natur … Dort finden oder hören wir das, was wir brauchen, um loslassen und vergeben zu können. Und das ist bei jedem etwas anderes.

Wir können nach innen lauschen mit Fragen. Das bringt uns an Orte im Körper, wo wir vermieden haben zu fühlen: Wut, Trauer, Resignation, Verletzung. Dort können wir verletzten Anteilen von uns begegnen und auch Ressourcen finden, die uns helfen, zu heilen. Und zu entdecken, welches Geschenk in diesem Ereignis liegt, was heilsam sein kann.

Es gibt viele wundervolle Werkzeuge für Vergebung. Leichter wird es, wenn wir eine Begleitung haben. Und letztlich können wir uns nur bereit machen für Vergebung. Für mich ist es, wenn Vergebung in mir geschieht, Gnade.

Außerdem: „Glücklich sein ist die beste Vergeltung“.
www.birgit-marita.de

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