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Übung zur Wahrnehmung

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Wahrnehmungsübungen 2018

9. Kalenderwoche

Heute beobachte ich, wie sich meine Atmung in Gegenwart anderer Menschen verändert.
Heute fokussiere ich mein Spürbewusstsein darauf, wie mich bestimmte Dinge und Personen anziehen oder abstoßen.
Heute setze ich mich kurz aufrecht auf einen Stuhl oder ein Kissen und beobachte dabei ausschließlich meine Körperempfindungen.

8. Kalenderwoche

Heute schaue ich mir Bilder oder Zeichnungen an, die ich selbst gemalt habe.
Heute stehe ich abwechselnd einige Sekunden lang auf dem linken bzw. rechten Bein.
Heute stelle ich mir einige Sekunden lang meinen Körper als zirkulierende Lichtformation vor.

Quelle: http://www.psp-tao.de/aktuelles

Ausflug zum Strand und zum Hessenstein

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der Ausblick über Hügel und Felder hat mich schon beeindruckt,
kam ich doch eher zufällig an diesem schönen Ausflugsort vorbei:

und weiter..

im Inneren

ich bin fasziniert

Strand war auch prächtig 🙂

Die Seligpreisungen

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Die Seligpreisungen (Matthäus 5:3-I2.)
(Eine Neuübersetzung aus dem Aramäischen von Neil Douglas-Klotz)

1. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. (Lutherbibel)

Glücklich und auf das All-Eine ausgerichtet sind die, die ihr Zuhause im Atmen finden; ihnen gehört das innere Königreich und Königinnenreich des Himmels.
Gesegnet sind die, deren Atem verfeinert ist; sie werden, von Gottes Licht geführt, ihre Leitprinzipien und Ideale finden.
Im Einklang mit der Quelle sind jene, die leben, indem sie Einheit atmen; ihr »ich kann« ist in dem von Gott enthalten.
Gesund sind diejenigen, die mit Hingabe am Geist des Lebens festhalten; was sie hält, ist das kosmische Gesetz in allem, was leuchtet und emporsteigt.
Unbestechlich und ganz eins mit sich selbst sind jene, deren Atem eine leuchtende Sphäre schafft. Sie hören das universale Wort und fühlen die Kraft der Erde, es mit den eigenen Händen zu erfüllen.
Geheilt sind diejenigen, die sich der Verbindung mit dem Geist hingeben; der Plan des Universums offenbart sich durch ihre Form.
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Ayya Khema – Schuld oder Vergebung

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Ich bin verantwortlich für alles in meinem Leben
eine Wahrheit, die mir unangenehm ist

Die Welt, die ich von Minute zu Minute wähle
ist die Realität, die ich erschaffe

Meine Reaktionen, für die ich andere verantwortlich mache,
wähle ich selbst und bringe sie ins Dasein

Das Beschuldigen von Anderen für alles was falsch ist
zeigt mir, was ich an mir so hasse

Das innere Licht richtet nicht Fehler
es sieht nur Glück hinter der Angst

Ich muss wählen, durch welche Augen ich schaue
die, welche verurteilen, oder die, die vergeben

Die Ironie dieser doppelten Sicht ist,
dass du und ich Eins sind

beim Verurteilen von dir verurteile ich mich selbst
beim Vergeben ist jede Schuld getilgt.

simple Meditation

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Eine Übung für Wachheit und Präsenz und um die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen.
Dauer 15 Min.

Aufrecht hinsetzen und bewusst atmen, bei jeder Ausatmung eine Ziffer weiter nach oben zählen.
Bei 10 angekommen, wieder von vorn beginnen. Kommst du aus dem Rhythmus oder schweifen die Gedanken ab, so beginne immer wieder von vorn.

So werden Sie durch die Medien manipuliert (Dr. Tim O`Shea – Nexus-Magazin)

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– Die Manipulation durch Medien nimmt immer bedenklichere Formen an. Ganz gleich ob die Presseinformationen uns über die Printmedien oder über den Äther erreichen – sie werden häufig manipuliert um unsere Wahrnehmung präzise zu steuern und zu kontrollieren. Mediale Kontrolle Die Fesseln der mentalen Kontrolle, der Wahrnehmungsfilterung und der kulturellen Konditionierung sind heute schwerer abzustreifen als jemals zuvor. Präzise Kontrolle unseres Bewusstseins Wir sind die konditioniertesten, programmiertesten Wesen, welche die Welt je gesehen hat. Nicht nur, dass unsere Gedanken und Einstellungen kontinuierlich geformt und gestaltet werden; unser ganzes Bewusstsein scheint subtil und unerbittlich ausgelöscht zu werden. Die Türen unserer Wahrnehmung werden sorgfältig und präzise kontrolliert. Es ist eine erschöpfende und endlose Aufgabe, den Leuten ständig zu erklären, wie die meisten Dinge ihrer Alltagsweisheit wissenschaftlich über Tausend Medienclips in das öffentliche Bewusstsein gepflanzt werden. Selbst Medien werden kontrolliert und manipuliert Um Zeit zu sparen erfahren Sie nun als erstes ein wenig Hintergrundwissen über die Informationshandhabung in diesem Land. Sobald die Grundlagen, wie unser momentanes System der Medienkontrolle historisch erreichtet wurde, verdeutlicht wurden, werden Sie eher in der Lage sein, jeden beliebigen Bericht in den heutigen Nachricht in Frage zu stellen: Wenn jedermann an etwas glaubt, ist es vermutlich falsch. Wir nennen das Alltagsweisheit.
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https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-medienmanipulation.html

15 Gründe gegen Nachrichten

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Die Nachrichten verfolgen ist eine üble Sache. Der Schweizer Autor und Unternehmer Rolf Dobelli schreibt in seinem Papier „Avoiding News“ von den 15 Gründen, sich keine Nachrichten mehr anzutun. Unsere Gehirne, sagt er, sind dieselben, mit denen die Menschen vor ein paartausend Jahren in Höhlen hockten – und einfach nicht für die Art und Menge an News ausgerichtet, mit denen wir bombardiert werden.

Nachrichten führen uns systematisch in die Irre: es gibt viel weniger Flugzeugabstürze und Hai-Angriffe, als uns die Medien glauben lassen. Sie tun dies, weil sich Dramatisches und Spektakuläres so viel besser verkauft. Was liest Du eher: wenn ein Star Krebs bekommt … oder ihn nach drei Jahren besiegt hat? So bekommen wir ein viel zu einseitig negatives Bild von der Welt, unser Denken wird zunehmend von Angst geprägt.
Nachrichten sind unwichtig: haben sie Dir je dabei geholfen, eine bessere Entscheidung zu treffen? Oder Dich nur für ein paar Minuten auf gute Weise unterhalten? Oder haben sie Dich überwiegend gestresst? Selbst wenn Du mal etwas erfahren hast, das Dich betrifft und Dir weiterhilft … wie viele Berge Müll musstest Du Dir für diesen Krümel Erkenntnis reinziehen?
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http://mymonk.de/keine-nachrichten/

Miteinander reden

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In einem bekannten Sketch von Loriot verstricken sich ein Mann und eine Frau in Vorwürfen und Forderungen, bis sie am Ende zu dem Schluss kommen: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen. »Stimmt!«, dachte ich, als ich diesen Sketch zum ersten Mal sah und hatte dabei meine eigenen schwierigen Beziehungsgespräche vor Augen. Aber dann habe ich meine Auffassung revidiert.
Als Menschen unterliegen wir alle den gleichen Bedingungen: Unser Leben ist vergänglich, wir altern, werden krank und irgendwann werden wir sterben beziehungsweise diesen Körper verlassen – und wir haben Schwierigkeiten, dies zu akzeptieren. Zugleich haben wir alle die gleichen Grundbedürfnisse: Wir wünschen uns Sicherheit, Akzeptanz, Nähe, Verbindung, Einfühlung und menschliche Wärme.

Je weiter wir in der spirituellen Praxis fortschreiten, desto klarer wird uns, dass wir alle miteinander verbunden sind. Die Vorstellung, dass wir als voneinander getrennte, vereinzelte Wesen auf diesem Planeten umherwandeln, ist eine Illusion . Wir sind zwar einerseits verschieden in unseren Veranlagungen und Prägungen, ähneln uns aber zugleich sehr, denn wir sind letztlich eins wie zwei Seiten einer Münze. Dieses Wissen eint fast alle Religionen und spirituellen Richtungen. Sie fordern uns auf:

Erkenne im anderen deinen Bruder, deine Schwester, dich selbst. Wie zwei Seiten einer Münze sind wir sowohl verschieden als auch eins. Im Alltag vergessen wir allerdings immer wieder, dass wir in der Tiefe einander gleichen; wir entzweien uns. In unserem Beziehungsalltag erleben wir daher eine Schwierigkeit nach der anderen. Manchmal fragst du d ich vielleicht, warum ausgerechnet mit dem Menschen, den du am meisten liebst, die schwierigsten Konflikte entstehen. Immer wieder misslingt Kommunikation, immer wieder werden wir, wie es in der Gewaltfreien Kommunikation heißt, von Gesprächspartnern zu Gesprüchsgegnern.

Manche Paare kommunizieren überdies nur sehr wenig. Sie wissen dann wenig über den anderen und wollen vielleicht auch nichts von ihm wissen. Oft wird Kommunikation durch andere Aktivitäten wie wahlloses gemeinsames Fernsehen ersetzt. In gewisser Weise kommunizieren wir auf diese Weise ebenfalls: Wir teilen mit, dass wir weder etwas mitteilen noch etwas hören wollen. Die vormals Liebenden entfernen sich voneinander, auch wenn sie vielleicht äußerlich noch zusammenleben. Aber auch wenn wir Gespräche führen, verbinden wir uns manchmal nur sehr oberflächlich miteinand er, so zum ßeispiel, indem wir Klatsch und Tratsch teilen oder über andere herziehen. Ein wesentlicher Grund für Schwierigkeiten in Beziehungen liegt darin, dass wir heilsame Kommunikation vernachlässigen. Die gute Nachricht lautet: Wir können wieder zueinanderfinden, wenn wir bewusst und achtsam kommunizieren. Dazu gehört auf der einen Seite die Praxis der Rechten Rede, auf der anderen das einfühlsame Zuhören.

Kommunikation heißt Verbindung
Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen: communicare bedeutet verbinden. Und genau das ist das Geheimnis heilsamer Kommunikation: Sie dient der Verbindung.
Größere Schwierigkeiten entstehen immer dann, wenn wir nicht auf Verbindung ausgerichtet sind, sondern wenn wir versuchen, unsere persönlichen Interessen durchzusetzen. Das Ego übernimmt in unserer Wahrnehmung die Regie, bringt Erwartungen hervor und beurteilt den Partner. So entstehen Hinneigung und Abneigung. Beide Haltungen begrenzen uns und unsere Beziehung. Wir nehmen vor allem den Ausschnitt der Realität wahr, der unseren Wünschen entspricht oder widerspricht. Wenn unsere Kommunikation auf egoistische Ziele ausgerichtet ist, wird unser Partner als Mensch hinter unseren Urteilen und Forderungen unsichtbar. Seine Bedürfnisse sind uns in diesem Moment egal. Deswegen sprechen wir nicht mehr achtsam und hören oft kaum noch zu.

Sehr deutlich wird dieser Mechanismus in der Sexualität. Wenn jemand ein klares Drehbuch im Kopf hat, wie genau das Liebesspiel ablaufen soll – wie soll da ein gemeinsamer Tanz entstehen? Wie kann der eine die andere da noch erkennen und lieben? (Oder der eine den anderen, die eine die andere – die sexuelle Orientierung spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.)
Wenn Menschen versuchen, sich gegenseitig zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu benutzen, bleiben sie dabei einsam. Umgekehrt gründet jeder erfüllende Moment in einer Beziehung auf Beachtung und echter Berührung. Kurz: Unsere alltägliche Kommunikation besteht oft darin, dass wir urteilen und trennen. Heilsame Kommunikation ist darauf ausgerichtet, zu verstehen und zu lieben. Nicht beurteilen und trennen, sondern verstehen und lieben!

Durch Würdigung in Verbindung treten
In der Achtsamkeit liegt alles, was wir brauchen, um den anderen zu würdigen: Liebevolle Beachtung, Berührung und Akzeptanz. Dies sind die Pfeiler, auf denen Kommunikation ruht. Wenn ein Gesprächspartner uns wirklich seine volle Aufmerksamkeit schenkt, sich von unseren Worten berühren lässt und uns akzeptiert, wie wir sind, spüren wir Verbundenheit und erleben das Gespräch als erfüllend. Ebenso erfüllend ist es, selbst mit dieser Haltung anderen Menschen gegenüberzutreten. Umgekehrt haben wir alle schon Gespräche erlebt, in denen es dem anderen oder uns selbst nur darum ging, sich selbst darzustellen oder bestimmte Interessen durchzudrücken. Nach solchen Situationen fühlen wir uns oft leer, unausgeglichen und verärgert.

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber hat drei Bedingungen formuliert, die Kommunikation zur spirituelen Praxis werden lassen:
• Der Sprechende sagt ja zu seinem Gegenüber.
• Der Sprechende will sein Gegenüber nicht beeindrucken.
• Der Sprechende strebt eine lebendige Gegenseitigkeit an.

In allen drei Punkten geht es darum, dass wir nicht unsere eigen en Interessen in den Mittelpunkt stellen dürfen, wenn wir Verbindung ermöglichen wollen. Die Regeln lassen sich in einem Satz zusammen fassen: Gute Kommunikation braucht Wertschätzung, Ehrlichkeit und Interesse. Gute Kommunikation braucht Wertschätzung, Ehrlichkeit und Interesse. Blockaden der Kommunikation Auch das Gegenteil gilt: Kommunikation misslingt aufgrund von Beurteilung. Unehrlichkeit und Desinteresse. Bockaden entstehen immer dann, wenn wir Erwartungshaltungen hegen, daran fest halten und den Verlauf der Kommunikation daran messen.

Ich möchte das anhand eines persönlichen Beispiels veranschaulichen: Als mein Vater alt geworden war, besuchte ich ihn häufiger in dem nordhessischen Dorf, in dem ich großgeworden bin und wo er immer noch lebte. Ich musste 500 Kilometer fahren und verband damit die Erwartungshaltung, dass mein Vater mein Bemühen honorieren müsse, indem er mir zuhören würde. Stattdessen erzählte er mir stundenlang vom Geschehen im Dorf, von Leuten, die ich nicht einmal kannte. Ich ächzte, kämpfte und revoltierte innerlich. Irgendwann wurde mir klar: Entweder ich ändere meine Haltung, oder es wird mir schwerfallen, ihn weiter zu besuchen.

Ich habe mich damals entschieden, ihm fortan meine Zeit zu schenken und ihm zu überlassen, wie er sie nutzt. Ich ließ also sehr bewusst meine Erwartungshaltung fallen. Darauf folgte eine überraschende Wendung: Wir begegneten einander in viel größerer Offenheit und Lebendigkeit. Wir konnten uns gegenseitig wieder wahrnehmen, und ich begrenzte ihn nicht mehr auf meine Vorstellungen und Bilder von ihm. Veränderung wurde möglich, indem ich sie nicht mehr erwartete, denn Erwartungen fixieren uns und nehmen die Freiheit zur Kommunikation. Schau dir einmal Menschen an, die relativ leicht durchs Leben zu gehen scheinen. Das sind Menschen, die immer wieder bereit sind, fixierende Haltungen – Urteile und Erwartungen – fallen zu lassen und sich zu öffnen für die Realität und für andere Menschen. Und noch etwas können wir aus dieser Geschichte lernen: Wenn Kommunikation festgefahren ist, ist es wichtig, dass einer den Neuanfang macht!

Bei sich selbst beginnen
Die Voraussetzung heilsamer Kommunikation sind immer Beachtung und Einfühlung. Es beginnt – wie alles in der Buddha-Lehre – mit der Achtsamkeit dir selbst gegenüber. Wie willst du deinen Partner verstehen, wenn du dich selbst nicht verstehen kannst? Du praktizierst also Selbstbeobachtung und Selbsteinfühlung und verzichtest dabei zunächst auf Deutungen und Veränderungswünsche. Beobachte so genau wie möglich, welche körperlichen Empfindungen, welche Gedanken, welche Emotionen und welche Reaktionstendenzen in dir aktiv sind. Schau auch, welche Persönlichkeitsanteile sich in dir zu Wort melden. Persönlichkeitsanteile nenne ich verinnerlichte Rollen und damit verknüpfte Gefühls- und Handlungsmuster, die aktiv werden, wenn etwas Bestimmtes geschieht oder jemand die entsprechenden Knöpfe drückt. Nimm an, du streitest dich mit deinem Partner. ln diesem Moment gibt es vielleicht in dir das Kind, das ausgeschimpft wird und sich hilflos fühlt, den Chauvi, der sich nichts sagen lässt und seine lnteressen durchdrücken will, den Buddhisten, der die Situation zu beruhigen versucht, den Vater, der sich vor den Kindern schämt, und so weiter. Alle diese Persönlichkeitsanteile gehören zu dir, aber natürlich bist du sehr viel mehr als jeder einzelne von ihnen und auch mehr als ihre Summe. Untersuche, wie die aktiven Persönlichkeitsanteile jeweils agieren. Sie äußern sich vielleicht, indem du dich im Streit duckst und zurückziehen möchtest, indem du auftrumpfst und laut wirst, indem du dich verständnisvoll für die Gefühle deiner Partnerin zeigst, indem du vorschlägst, das Problem spät er unter vier A ugen zu besprechen. Du kannst deine Persönlichkeitsanteile auch direkt ansprechen:
»Warum hast du Angst?«
»Was möchtest du beschützen?«
»Was würde dir helfen?«
Begegne der Vielfalt deiner inneren Anteile mit Wertschätzung!

Es geht darum herauszufinden, welche Bedürfnisse jeweils hinter den Persönlichkeitsanteilen stehen. Wenn du deinen Partner unterbrichst, wenn du laut wirst, wenn du widersprichst, wenn du schweigst – was möchtest du dann jeweils letztlich erreichen? Anders formuliert: Worauf kann euer Streit dich hinweisen?
Als Nächstes kannst du dich fragen, ob dein Verhalten zum gewünschten Ergebnis führen kann. Wirst du Verbindung und Verständnis erreichen, wenn du laut wirst, trotzig schweigst, kritische Äußerungen deiner Partnerin scheinbar ungerührt vom Tisch wischst? Mach dir auch bewusst: All die Persönlichkeitsanteile, die dir einreden wollen, dass mit dir etwas nicht stimmt, helfen dir nicht. »Dafür bist du zu klein!«, sagt die Mutter. »Du kriegst das nicht hin«, sagt der Vater. »Du hast kein Talent für sowas«, erklärt der Lehrer. Und so weiter. Alles nicht wahr. Alles nur verinnerlichte Stimmen aus deiner Lebensgeschichte, vergängliche Muster des Fühlens, Denkens und Handelns. Schau auf dein Potential, rät dir der Buddha, es ist unermesslich .

Das innere Haus bewohnen
Verurteile dich aber bitte nicht für diese St immen in dir. Sie alle gehören zu dir und wollen gehört werden. Aber bestimmen lassen musst du dich nicht von ihnen. Du kannst dir dich selbst als ein großes Haus vorstellen. Es hat viele Räume, und viele Persönlichkeitsanteile wohnen darin. Mach dich vertraut mit dem Haus und allen, die darin wohnen. Beziehe alle Stockwerke, lass den Keller nicht aus und deklariere nichts zur Schmuddelecke. Es gibt keine Schmuddelecken! Dieses Haus will zur Gänze bewohnt werden. Mach es zu einem Hort der Geborgenheit.
Vertrautheit mit dir selbst ermöglicht Vertrautheit mit anderen. Wenn du in deinem Haus zu Hause bist, mit dir ver – traut bist, wirst du auch dem anderen erlauben können, sein Haus zu beziehen. Du signalisierst ihm: Du bist okay, wie du bist. Er kann sich sozusagen die Pantoffeln anziehen, statt Fassaden hoch zuziehen, statt etwas vorgeben zu müssen, wer er sei oder was er könne. Durch deine Verbindung nach innen wird offene Kommunikation im Außen erleichtert, kann fließen. Ihr werdet euch erleichtert fühlen.

Die Kunst des Zuhörens
Auf dieser Basis wird achtsames, einfühlsames Zuhören möglich. Die Tugend des Zuhörens hat in unserer hektischen Zeit Schaden genommen. »Ruf später nochmal an!«, »Sprich mir auf die Mailbox« »Schreib mir doch bitte eine Mai!«, sagen wir und nehmen dabei manchmal gar nicht wahr, dass der andere gerade nicht nur Fakten mitteilen wollte, sondern Verbindung suchte.

Oberflächliche Kommunikation ist in den letzten Jahren förmlich explodiert. Ich möchte nicht pauschal gegen neue Kommunikationsmittel sprechen; sie sind in vielerlei Hinsicht sehr hilfreich. Ich habe aber oft den Eindruck, dass die Menschen einander immer weniger Gehör schenken. Während der eine spricht, überlegt sich die andere schon, was sie selbst gleich sagen möchte und umgekehrt. Diese Ignoranz ist für mich eine Form von Gewalt. Auf die Spitze getrieben, erleben wir den Mangel am Zuhören in Fernsehinterviews am Wahlabend. Der Journalist – er vertritt Millionen Menschen vor den Fernsehern – stellt eine Frage, und der Befragte schert sich einfach nicht darum. Er bedankt sich bei seinen Wählern, erklärt, wie erfolgreich seine Partei bei der Wahl gewesen ist und spult einen Monolog ab. Er funktionalisiert den Fragesteller und die Zuschauer für seine Interessen. Die meisten Talkshows sind ein Ort der Nicht-Kommunikation geworden. Einer holt Luft, der andere stößt in die Lücke. Oft reden mehrere gleichzeitig, völlig ungeachtet der Tatsache, dass dann niemand mehr zu verstehen ist. Niemand möchte zuhören, niemand möchte sich mit dem auseinandersetzen, was der andere sagt. Es geht darum, den eigenen Sermon loszuwerden und
damit zu punkten. Wir müssen achtgeben, dass wir uns in unserer privaten Kommunikation nicht ähnlich verhalten.

Im Zuhören kann Neues entstehen
Einfühlsames Zuhören ist inspirierend. Es bildet einen Raum, in dem wir einander begegnen und in dem neue Gedanken entstehen können. Das Gegenüber fühlt sich wahrgenommen und gewürdigt, unser Zuhören erlaubt ihm, mit den eigenen Ressourcen in Verbindung zu treten. Einfühlsames Zuhören öffnet Räume und würdigt den anderen. Nie hat es jemand besser beschrieben als Michael Ende in Momo: »Was die kleine Momo wie kein zweiter konnte, das war zuhören. Momo konnte so zuhören, dass dumme Leute plötzlich auf sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte. Nein, sie saß nur da mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme.
Dabei schaute sie den anderen mit ihren großen dunklen Augen an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie gedacht hätte, dass sie in ihm steckten. Sie konnte so zuhören, dass ratlose und unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten, oder Schüchterne sich plötzlich mutig und frei fühlten oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. So gut konnte Momo zuhören.« Um wie Momo zuzuhören, braucht es die Bereitsschaft, dein Gegenüber nicht unter dem Gesichtspunkt bereits bestehender Konzepte von ihm zu betrachten, ihm nicht die Bilder, die du von ihm hast, überzustülpen, nicht die eigenen Interessen, Gefühle und Gedanken in den Vordergrund zu stellen. Es braucht die Bereitschaft, dich auf das frische Erleben des jetzigen Moments einzulassen. Immer wieder kannst du dich während ein es Gespräches fragen: Stecke ich den anderen Menschen eigentlich gerade in eine Schublade?

Zuhören mit dem Dritten Ohr
Einfühlsames Zuhören kann auch durch Nachfragen zum Ausdruck kommen: »Ich habe verstanden, dass du …« oder »Bei dir ist gerade ziemlich viel los, oder?« oder
»Wie kommst du damit zurecht?«
Auch indem du deine Gefühle zum Ausdruck bringst, spiegelst du, was du gehört hast, signalisierst damit Interesse und Verbundenheit:
»Mir wird ganz mulmig, wenn ich das höre.«
»Was für ein Glück!«
»Oh nein, und was tust du jetzt?«
Oder du reagierst wortlos, nimmst den Menschen dir gegenüber einfach in die Arme, nickst mitfühlend oder machst ihm einen Tee.

Einfühlsames Zuuhören bedeutet, nicht nur mit den Ohren zu hören. Das Dritte Ohr ist deine ungeteilte Aufmerk samkeit, deine Empfänglichkeit auf allen Sinneskanälen. Du hörst nicht nur, was die andere verbal sagt, sondern hörst in ihrer Stimme auch die Stimmung, nimmst ihre Mimik, Gestik und Körperhaltung wahr. Was kommt zum Ausdruck? Und passen die verschiedenen Signale zusammen, oder spürst du Unstimmigkeiten? Wenn jemand mit dünner Stimme sagt, er komme gut zurecht, was schließt du daraus? Einfühlsames Zuhören gibt all diesen Aspekten Raum. Frage dich auch, was du selbst ausstrahlst. Vielen Menschen ist nicht bewusst, welche Botschaften sie senden. Das verbal Gesagte macht dabei nach Erkenntnissen der Kommunikationswissenschaft nur 10 Prozent aus. 90 Prozent transportieren Sprechmelodie, Sprachrhythmus, Stimmlage,
Körperhaltung, Mimik und Gestik. Signalisierst du, dass du zuhörst, oder bist du gedanklich schon einen Schritt weiter? Hast du vielleicht das Telefon in der Hand, um einen Anruf zu tätigen, oder wippst nervös mit dem Fuß? Nur wenn du dich dem anderen Menschen wirklich zuwendest, kann deine Präsenz offen und beruhigend wirken.

Fixierungen bewusst wahrnehmen
Richte die Achtsamkeit immer wieder auch darauf aus, wie du innerlich auf die Signale deines Gegenübers reagierst. Der Buddha hat die Bewusstheit mit der verantwortungsvollen Tätigkeit eines Torwächters verglichen, der gut aufpasst, wer hereinkommt und was die Gäste im Inneren auslösen. Davon wird schließlich auch abhängen, was du antwortest. Ist, was du wahrnimmst, angenehm oder unangenehm? Heißt du gut, was du hörst, oder missbilligst du es? Hörst du aufmerksam zu oder interessiert es dich eigentlich nicht? Worauf ist deine Wahrnehmung ausgerichtet, was fällt unter den Tisch? Und wie möchtest du reagieren?
Schau genau, welche Antworten sich in dir formen. Haben sie einen trennenden oder einen verbindenden Charakter? Sind sie ausgrenzend oder einfühlsam? Signalisieren sie Erwartungen oder Verständnis?

Das Ego reagiert auf Wahrgenommenes stets mit Hinneigung oder Abneigung und verengt und fixiert damit die Wahrnehmung auf die für dich gerade angenehmen oder unangenehmen Aspekte, bewertet durch deine persönlichen Meinungen. Auf diese Weise urteilend, kannst du den anderen nicht verstehen, kannst dich nicht einfühlen. Frixierungen grenzen aus, sind starr, machen dich und den anderen unflexibel. Du bist dann nicht
mehr im Einklang mit dem Lebendigen, das immer komplex und in Bewegung ist. So erzeugen Urteile leicht eine gewisse Starre und Enge. Fixierungen erzeugen leicht Starre und Enge. Schwierigkeiten in der Kommunikation verschärfen sich, wenn du davon ausgehst, dass alle Menschen von den gleichen Wahrnehmungs- und Bewertungsrastern ausgehen wie du. Unsere Auffassungen und Meinungen entstehen im Laufe unserer Biografie durch unsere Erziehung und unsere Erfahrungen, zum Beispiel in vorherigen Beziehungen, sowie durch unsere Auseinandersetzung mit dem, was uns begegnet. Dementsprechend können zwei Menschen nie genau dieselbe Wahrnehmung haben. Bist du dir dessen bewusst, wird deine Kommunikation offener. Die Raster des anderen bewertest du weniger. Verständnis, Mitgefühl und Mitfreude bekommen eine Chance. Wenn wir in unserer Beziehung verstanden haben, dass bestimmte Verhaltensweisen unseres Partners, die wir für »unmöglich« gehalten haben, einfach einer anderen Wahrnehmung und anderen Erfahrungen entsprechen, haben wir das Gröbste hinter uns.

Fixierungen in der Sprache entdecken
Leicht formt Sprache immer neue Fixierungen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Zuerst erfassen die Sinne etwas, dann die Gedanken. Damit wird es gleichsam festgehalten. Wie das Wort Begriffe schon signalisiert, die Sprache macht etwas greifbar und begreifbar, schon bevor du dich äußerst. Das ist im Alltag notwendig, aber im selben Moment gerät unser begriffliches Denken in ein Spannungsverhältnis zu seinem Objekt. Es fasst nur einen Teil, einen bestimmten Aspekt der WirkJichkeit und blendet anderes aus. Du denkst zum Beispiel, dass dein Partner unzuverlässig ist, weil er häufig zu spät zu Verabredungen kommt. Der Mensch in seiner Komplexität verschwindet hinter diesem Etikett. Warum er sich oft verspätet, fragst du nicht, und dass er in einer Notsituation bedingungslos an deiner Seite stehen würde, bleibt dir verborgen. Wäre es dir in diesem Moment bewusst, würdest du das Wort »Unzuverlässig« wahrscheinlich nicht mehr als treffend ansehen, denn es ist viel zu eng. Begriffe versuchen festzuhalten, was nicht festzuhalten ist.
Zudem friert begriffliches Denken unsere Wahrnehmung ein, macht eine Momentaufnahme, während die Realität immer in Bewegung ist. So ist zum Beispiel kein Mensch derselbe, der er vor ein paar Jahren war. Selbst von Moment zu Moment finden Veränderungen statt. Dieser fließenden Qualität wird Sprache meistens nicht gerecht.

Wenn du allem mit liebevoller Bewusstheit begegnest, kann nichts zur Fixierung werden. Du erlebst Wärme und Güte, Inspiration und Kraft. Auch dein Gesprächspartner ist in diesem Moment frei von deinen Erwartungshaltungen. Durch offenes Zuhören schaffst du eine entspannte Atmosphäre. Es ist wie ein inneres Mitfließen. Der Fluss bewertet nicht, der Fluss fließt. Dieses direkte Erfahren dessen, was im Moment geschieht, wird dir eine freudige Kraft schenken. Auf einer höheren Ebene wird deine Bewusstheit dazu führen, dass du deine Fixierungen als vergängliche Verdichtungen in deinem Geist erkennst, die dir nichts anhaben können und denen du nicht folgen musst; sie sind vergleichbar mit Wolken am Himmel, die vorbeiziehen, ohne ihn beschmutzen zu können.

Die Kunst der Rechten Rede
Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass wir durch die Wahl unserer Worte Schwierigkeiten vergrößern, tief verletzen, Beziehungen beschädigen und zerstören können. Auf der anderen Seite können wir durch unsere Äußerungen Verbindung nähren, Menschen ermutigen, Liebe schenken, Frieden stiften. Worte können verletzen und trennen, aber auch ermutigen und verbinden. Weil die Art, wie wir sprechen, so wic htig ist, hat der Buddha dafür eine eigene Tugendreget die der Rechten Rede, geschaffen. Die Tugendregeln, Silas, bilden, wie in diesem Buch hoffentlich immer wieder deutlich wird, ein stabiles Fundament unseres Alltagslebens und unserer buddhistischen Praxis, denn sie schützen vor Schwierigkeiten und Verwicklungen. In einem Satz zusammengefasst lauten sie: Tue dir und anderen Gutes, vermeide alles, was dir und anderen schadet oder sie verletzt. Oder auch ganz simpel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem andern zu! Die Regeln sind dabei nicht als Gebote, sondern als Absichtserklärungen formuliert. Es ist nicht
möglich, sie von vornherein stets einzuhalten. Wenn wir die Tugendregeln in unserem Alltag als Leitstern nehmen, können wir aber mit der Zeit immer häufiger so handeln, dass wie Harmonie, Verständnis
und Freude bei uns und anderen fördern. Die Bedeutung der Silas lässt sich kaum genug betonen. Der Buddha lehrt: Eine Beziehung, in der beide die Silas praktizieren, ist unzerstörbar. Die Tugendregel der Rechten Rede in Bezug auf Beziehungen formu liere ich so: »Ich will mich darin üben, nicht unwahr oder grob zu dir zu sprechen oder schlecht über dich zu reden. Ich will ehrlich, versöhnlich und heilsam zu dir sprechen.«

Nach den Ausführungen des Buddha sind für die Rechte Rede drei Voraussetzungen notwendig:
1. Rechte Anschauung. Wir müssen wissen, dass es hilfreich ist, uns auf Verbundenheit auszurichten.
2. Selbstbeobachtung und Selbsteinfühlung. Ohne zu wissen, was in uns selbst vorgeht, können wir uns nicht bewusst äußern, sondern werden unbewusst von unseren Gefühlen und Emotionen gesteuert.
3. Tatkraft. Inneren Impulsen, die zu Schwierigkeiten führen würden, müssen wir entgegentreten. Wir entscheiden uns aktiv für einfühlsames Zuhören und liebevolles Sprechen.

Die Rechte Rede entfaltet sich dann in drei Stufen. Auf der ersten Stufe achten wir darauf, anderen durch unsere Worte keinen Schaden zuzufügen. Die zweite Stufe bedeutet, bewusst Fürsorge für alle Wesen hervorzubringen – als Ausdruck der Achtung und Wertschätzung allen Lebens und unseres Engagements für die Wahrheit. Auf der dritten Stufe ist Rechte Rede schließlich frei von jeder Selbstbezogenheit, von jedem trennenden Gedanken. Sie ist dann Ausdruck reiner Liebe, reiner Verbundenheit. Konkret bedeutet dies, dass wir auf der ersten Stufe »Unreinheiten« aus unserer Sprache entfernen, also alles, was den anderen herabwürdigt und damit auch die Verbindung beschädigen oder unmöglich machen würde. Häufige Unreinheiten in der Sprache sind zum Beispiel Lügen, Gerüchte, Verleumdungen, harsche Rede und leeres Geschwätz, außerdem Vorwürfe, Schuldzuweisungen und Unterstellungen. Auch vorschnelle Besserwisserei ist eine Unreinheit. Wenn du den anderen belehrst, ohne vorher richtig zugehört zu haben, kann keine Verbundenheit entstehen. Verbundenheit entsteht über Einfühlung, nicht über schlaue Ratschläge, mit denen sich zudem oft unser Ego in Szene setzen möchte. Bevor du Ratschläge erteilst, kümmere dich um eine einfühlsame Verbindung!

Einfühlsames Sprechen zielt auf Verbundenheit
Einfühlsames Sprechen zielt generell weniger auf Ergebnisse ab als auf Verbundenheit, weniger auf Lösungen als auf Beistand. Ohne dass eine Verbindung entsteht, werden auch Ratschläge und Bitten den anderen nicht erreichen. Wenn zum Beispiel ein dir nahe stehender Mensch dich in einer schweren Lage anruft, dann möchte er in der Regel keinen Katalog an Ratschlägen. Er fühlt sich vermutlich einsam und hilflos und sehnt
sich zuallererst nach jemandem, der sich ihm offen zuwendet. Kommunikation hat immer Auswirkungen Die Kunst der Kommunikation basiert vor allem darauf, sich der Kommunikation stets bewusst zu sein, denn wir senden immer Signale aus. »Man kann nicht nicht kommunizieren«, sagt der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Sei dir bewusst, dass nicht nur Worte eine Wirkung auf dein Gegenüber haben, sondern auch deine Körpersprache, dein Tonfall, deine Mimik und Gestik. Bewusste Kommunikation beginnt damit, dass du wahrnimmst. was gerade in deinem Geist aktiv ist. Welche Gefühle und Gedanken sind da und zu welchem Handeln wollen sie dich veranlassen? Der große buddhistische Meister Shantideva erklärte: »Wann immer ich mich zu einer Bewegung oder zum Sprechen gedrüngt fühle, werde ich zuvor meine Geistesverfassung erforschen und mit Festigkeit in der angemessenen Weise handeln. Wann immer mein Geist (an etwas) haftet oder zornig wird, werde ich nicht reagieren und nicht sprechen. Ich werde still und unbewegt bleiben wie ein Baum.«

Im nächsten Schritt entwickle Bewusstheit dafür, was deine Äußerungen möglicherweise beim anderen auslösen. Nimm möglichst genau wahr, wie du selbst auf andere reagierst. Es ist die Bewusstheit, die dich davor schützt, dich von deinen Reaktionen auf die Äußerungen anderer – Gefühle, Gedanken, Handlungsimpulse – besetzen zu lassen. Um auf der zweiten Stufe der Rechten Rede eine fürsorgliche Haltung einzunehmen, übst du dich darin, dich in dein Gegenüber einzufühlen. Dabei bewertest du den anderen Menschen nicht, sondern versuchst zu erspüren, was ihn bewegt. Welche Gefühle sind gerade in ihm aktiv? Was steckt dahinter? Was braucht er? Und was kannst du ihm geben? Achte sehr genau darauf, ob deine Wahrnehmung wirklich auf den anderen und auf Verbundenheit ausgerichtet ist oder ob du ihm stattd essen die Rolle zuschreibst, deine Bedürfnisse befriedigen zu sollen, und daran sein Verhalten misst. Im letzteren Fall wirst du ihn vermutlich beurteilen und damit Trennung hervorrufen. Wenn dies geschieht, richte deine Achtsamkeit auf die Urteile. Ruf dir in Erinnerung, dass Urteile lediglich Erscheinungen im Geist sind, an die du nicht gebunden bist. Damit nimmst du den Urteilen ihre persönliche Dimension, so dass sie dich nicht mehr besetzen und dein Handeln nicht mehr steuern können.

Natürlich wird es im Alltag trotzdem immer wieder zu Unstimmigkeiten kommen. Dein Partner, deine Partnerin wird sich vielleicht selbst nicht an die Rechte Rede halten und dich verletzen. In solchen Momenten kann dir eine Erkenntnis aus der Gewaltfreien Kommunikation helfen, das Gesagte nicht zu persönlich zu nehmen: Menschen handeln grundsützlich primär für sich und nicht gegen andere. Was der andere sagt, ist also in erster Linie eine Aussage über seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse, nicht über dich. Manchmal ist es natürlich trotzdem notwendig, Kritik zu äußern. Das ist für die meisten Menschen schwierig. Wir alle haben Angst vor negativen Reaktionen, Angst davor, zurückgewiesen zu werden. Und wir fürchten uns, im Gegenzug mit eigenen Fehlern konfrontiert zu werden. Kritik lässt sich auf verschiedene Weise äußern. Sie kann hilfreich sein, wenn sie auf eine Verbesserung der Situation zum Wohle aller Beteiligten zielt, und sie kann Schwierigkeiten vergrößern, wenn Vorwürfe und Schuldzuweisungen im Vordergrund stehen. Bevor du etwas sagst, frage dich also, worauf dein Geist gerade ausgerichtet ist. Sprich nicht aus Wut oder Angst. Der Buddha empfiehlt uns allgemein nur zu handeln, wenn Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude oder Gleichmut in uns aktiv sind.

Das mag zunächst utopisch klingen, aber es gibt dir eine Idee, woran du dich orientieren kannst. Wenn du dich fragst, ob du etwas sagen solltest, ist außerdem das Bild von den drei Sieben hilfreich: Durch das erste Sieb geht nur, was wahr ist, alles andere bleibt darin hängen. Durch das zweite Sieb passt nur, was du aus Güte sagst (wobei du nicht vergessen solltest, dich selbst in die Güte einzuschließen). Das dritte Sieb schließlich lässt nur hindurch, was notwendig ist. Hat das, was du sagen möchtest, alle drei Siebe passiert? Dann frage dich, wann der richtige Zeitpunkt ist, es zu sagen. Als einfache Hilfestellung merke dir außerdem drei Worte, die der Kommunikation immer gut tun. Wenn du sie ehrlich meinst, wenn sie also authentisch sind, werden sie ihre Kraft entfalten.

Diese drei Wone lauten:
Bitte
Danke
Es tut mir leid.

Schweigen kann Verbundenheit schaffen
Verlang nicht zu viel auf einmal von dir: Kommunikation ist immer wieder eine Herausforderung. Die Tugendregel der Rechten Rede missachten wir häufig. In einem heiklen Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin geht meist alles furchtbar schnell. Oft werden heikle Themen berührt. Dann drückt der andere bei uns bestimmte Knöpfe und bestimmte Muster werden aktiviert, so dass wir die Bewusstheit verlieren und unheilsam reagieren. Das ist normal und kein Grund, das Bemühen um heilsame Kommunikation frustriert wieder aufzugeben. Ganz im Gegenteil, wenn du bemerkst, dass etwas schiefgelaufen ist, zeigt dies, dass dudem richtigen Weg bist. Wenn ihr euch auseinandergeredet habt, könnt ihr euch wieder zusammenschweigen. Wenn in der Kommunikation Trennung entsteht, wenn wir uns auseinander geredet oder auseinander gelebt haben, können wir die Schwierigkeiten in weiteren Gesprächen auszuräumen versuchen. Wir können uns aber auch wieder zusammenschweigen. Die Kraft des Schweigens ist wundervoll, wird aber selten gewürdigt. Indem ich schweigend mit mir selbst bin, kann ich mir selbst begegnen. Wenn zwei Menschen schweigend zusammen sind, können sie sich auf neue Weise begegnen. Schweigen bedeutet dabei nicht nur, auf das Sprechen zu verzichten, sondern auch auf Gedanken. Zumindest ein wenig lösen wir uns in solchen Momenten vom ständigen Plappern, dem Lärm in uns selbst. Einfühlung hilft dir, die Gedanken zu beruhigen, und du kannst es auch in der Meditation üben.
Im gemeinsamen Schweigen geben wir uns die Chance, uns und einander neu zu spüren, uns nicht gegenseitig in Schubladen zu stecken und uns dabei auf eine tiefere Weise zu verbind en. Es öffnet sich ein Raum ohne Klassifizierungen und Beurteilungen. Wärme und Verbundenheit werden spürbar, wie eine feine Strahlung.

Von hier aus kann sich zur richtigen Zeit ein neues Sprechen, Hören und Handeln entfalten, eine Kommunikation, ohne den anderen kontrollieren zu wollen, ein gemeinsamer Tanz – die dritte Stufe der Rechten Rede, auf der Trennung nicht mehr existiert.Mit anderen Worten: Schweigen kann einen leeren Raum öffnen, gefüllt mit Liebe. Mit anderen Worten: Schweigen kann einen leeren Raum öffnen, gefüllt mit Liebe. Dort passen nicht nur Männer und Frauen zusammen, sondern auch Männer und Männer, Frauen und Frauen. In diesem Raum passen alle Menschen zueinander. In diesem Raum erkennst du den
anderen als Bruder oder Schwester – und dich selbst.

 

Text aus „Zusammen Aufwachen – Buddhistische Weisheit für glückliche Berziehungen“
von Wilfried Reuter

Veith Lindau – Wieviel Nähe verträgst Du?

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Wieviel Nähe verträgst Du?
Wenn Du die Nähe mit einem anderen Menschen
nur mit angenehmen Gefühlen gleichsetzt,
bist du noch nicht nah.
Du spielst noch.
Du tanzt neben, aber nicht im Feuer.
Wahre Nähe ist nicht nur angenehm.
Sie fordert alles. Dein Rechthaben, dein Standvermögen,
deine Fähigkeit, tiefte Einsamkeit in einer Verbindung auszuhalten,
die gesamte Bandbrite der Gefühle anzunehmen,
deinem hellsten Licht
und deinem tiefsten Schatten zu begegnen.
Nähe ist ein Paradox.
Du musst alles, was Dich ausmacht, loslassen,
um einem anderen Menschen nah zu sein.
Und gleichzeitig wissen,
wer du bist und 100 für dich einstehen.
Also, wenn du das nächste Mal
die Nähe eines anderen Menschen vermisst
und danach rufst,
beklage dich nicht,
wenn es plötzlich heiß wird!